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Dienstag, 7. Februar 2012
 
 
Diabetes Informationen


Typ-2-Diabetes und Retinol bindendes Protein 4

Typ-2-Diabetes: Retinol bindendes Protein 4 als Marker einer Insulinresistenz

 

Hintergrund:

Insulinresistenz ist ursächlich an der Entstehung des Typ-2-Diabetes beteiligt. Studien lassen vermuten, dass bei Personen mit einer Insulinresistenz die Serum-Spiegel des Retinol bindenden Proteins 4 (RBP4) erhöht sind. In einer aktuellen Studie wurde untersucht, ob eine Intervention zur Verbesserung der Insulinresistenz die RBP4-Spiegel absinken lässt.

 

Retinol-Binding Protein 4 and Insulin Resistenz in Lean, Obese, and Diabetic Subjects; Timothy E. Graham et al.; N Engl J Med 2006; 354: 2552-2563

 

Methoden:

RBP4-Spiegel und Parameter des metabolischen Syndroms wurden in drei verschiedenen Gruppen bestimmt. In Gruppe 1 waren jeweils fünf Personen mit Normalgewicht bzw. Übergewicht sowie sieben Diabetiker. Gruppe 2 bestand aus jeweils 20 Personen mit normaler und mit gestörter Glukosetoleranz sowie mit Typ-2-Diabetes. Gruppe 3 wurde gebildet aus 26 normalgewichtigen Personen mit einer familiären Belastung für einen Typ 2 Diabetes. Die Personen in Gruppe 2 unterzogen sich einem Fitness-Training bestehend aus 60 Minuten Fahrradfahren oder Laufen an mindestens drei Wochentagen. Vor Beginn sowie nach mindestes vier Wochen Training wurden u.a. der Body-Mass-Index, der Taille-Hüfte-Quotient sowie als Maß der Insulinresistenz die Glukoseverwertung im euglykämischen, hyperinsulinämischen Clamp-Test bestimmt.

 

Ergebnisse:

RBP4-Spiegel im Serum und das Ausmaß der gestörten Glukoseverwertung im Clamp-Test korrelierten bei Personen mit Übergewicht, gestörter Glukosetoleranz, Typ-2-Diabetes sowie bei Normalgewichtigen mit einer familiären Belastung für einen Typ-2-Diabetes. Erhöhte RBP4-Spiegel waren assoziiert mit Parametern des Metabolischen Syndroms wie Body-Mass-Index, Taille-Hüfte-Quotient, Triglyzerid-Spiegel, systolischer Blutdruck und erniedrigte HDL-Cholesterin-Spiegel. Durch das vierwöchige Fitness-Training erhöhten sich die Adiponektin-Spiegel und erniedrigten sich das C-reaktive Protein. Der Effekt des Fitness-Trainings auf die Glukoseverwertung im Clamp-Test war uneinheitlich. Bei 26 Personen besserte sich die Glukoseverwertung deutlich, bei 14 Personen dagegen allenfalls gering. Nur in der Gruppe mit verbesserter Glukoseverwertung fanden sich signifikant verbesserte Glukosewerte nüchtern und nach Glukosebelastung sowie niedrigere RBP4-Spiegel.

 

Folgerungen:

RBP4 ist ein Protein, das von Adipozyten sezerniert wird und bereits vor Diabetes-Manifestation als Marker einer Insulinresistenz dienen kann. In Zukunft wird der Erfolg einer antidiabetischen Therapie möglicherweise auch anhand der Senkung der RBP4-Spiegel beurteilt werden, so die Autoren.

 
Psychotherapie verbessert HbA1c-Wert

Typ1-Diabetes: Psychotherapie verbessert HbA1c-Wert bei Kindern und Jugendlichen 

Eine schlechte Stoffwechseleinstellung bei Typ1-Diabetiker ist häufig mit Depressionen oder Essstörungen assoziiert. In einem systematischen Überblick sowie wie einer Metaanalyse wurde jetzt untersucht, welchen Einfluss verschiedene psychotherapeutische Verfahren auf die Stoffwechsellage bei Typ1-Diabetikern hat.

BMJ 2006  

K Winkley et al. haben bis September 2004 in Medline, PsycINFO, Embase und das Cochrane central register nach kontrollierten Studien mit entweder kindlichen/jugendlichen oder mit erwachsenen Typ1-Diabetikern gesucht, in denen der Effekt verschiedener Psychotherapien (Councelling, kognitive Verhaltenstherapie, systemische Familientherapie, psychodynamische Therapie) auf die Stoffwechsellage untersucht wurde. Berücksichtigung fanden Patientenzahl, Alter, Diabetesdauer, Psychotherapieverfahren und -modalitäten sowie die Art der Intervention in der Kontrollgruppe. Primäre Endpunkte waren Veränderungen des HbA1c-Wertes sowie des psychischen Befindens.  Für den systematischen Überblick wurden 29 Studien ausgewählt, im Rahmen der Metaanalyse 21 Studien.

Bei Metaanalyse von zehn Studien mit Kindern und Jugendlichen war der durchschnittliche HbA1c-Wert in der Gruppe, die eine psychotherapeutischen Intervention erhalten hatten, signifikant besser als in der Kontrollgruppe ohne Psychotherapie (pooled standardised mean difference -0,35; 95%-Konfidenzintervall (KI) -0,66 bis -0,04; p = 0,03). Dies entsprach einer durchschnittlichen absoluten Verbesserung des HbA1c-Wertes von 0,48%-Punkten. Bei Metaanalyse der elf Studien mit Erwachsenen war der HbA1c-Wert unter Psychotherapie um 0,22%-Punkte besser als in der Kontrollgruppe. Allerdings war der Unterschied zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant (-0,17; 95%-KI -0,45 bis 0,10; p = 0,22). Ähnliche Ergebnisse ergab die Analyse des psychischen Status: Bei Kindern und Jugendlichen war in der Interventionsgruppe psychischer Stress signifikant seltener (pooled standardised mean difference -0,46; 95%-KI -0,83 bis -0,10; p = 0,013), nicht aber bei Erwachsenen (-0,25; 95%-KI -0,51 bis 0,01; p = 0,059).    

Fazit

Psychotherapie verbessert die Stoffwechsellage sowie das psychische Befinden von Kindern und Jugendlichen, nicht aber von Erwachsenen mit Typ1-Diabetes, so die Autoren.

 
 
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